Walderfahrungen und Gedichte

 

Abenddämmerung Bild 4

Ein paar Worte nochmals vorab:

 

Und nun möchte ich Dir ein paar Naturerlebnisse schildern und Dich ein klein wenig an dem Zauber teil haben lassen.
Ich möchte Dir damit schildern, wie schön Mutter Erde auch bei Regenwetter, Schnee, Kälte und Wind ist. Wie Mutter Erde und die Geistwesen, sich mitteilen.

Wenn Du Deine Sinne öffnest und auch auf die "kleinen Dinge" achtest, findest Du eine Welt, die Du vorher so vielleicht noch nicht wahrgenommen hast. Vieles ist nicht mit Worten zu erfassen. Die Sprache lässt nur annähernd zu, dieses Erleben zu schildern.

 

Seid wie die Kinder
ohne Erwartungen
und voller Staunen


Imbolc 2008
Imbolcwald

Die Runde - Mondin
im Sternenkreis des Wassermanns
lässt es erahnen.

Mit leisen Schritten
kommt sie daher ...

Gestern erst, war die Wilde Jagd
noch übers Land geritten ...

Doch heute Morgen in der Früh,
zur Schwellen - Zeit,
ist sie zu sehen
im weißen Kleid!

Reif bedeckt das Land,
die Sonne erscheint langsam am Horizont
und die Maisen singen zaghaft ihr Frühlingslied.

Schneeglöckchen recken ihre Köpfe
dem Licht entgegen

Brigit ist zugegen

zwei Tage später hat es geschneit.
Das ist Brigit ...

(C) www.return-of-the-dragon.de
20. Oktober 2008


Wintersonnenwende 2007

Irrweg zum Lagerplatz ... oder, wie die Kobolde uns zum Narren hielten und die Bäume wanderten!
Zu Jul zog es mich mal wieder für ein paar Tage in den Drachenwald. Zu dieser Zeit wollte ich für ein paar Tage mit einem Freund im Wald übernachten. An einem Platz, an dem er früher häufiger übernachtet hatte - er kannte also den Weg. So sind wir dann, mit dem Nötigsten ausgerüstet, am Abend des 20.12.2007, aufgebrochen.
Als wir am Waldparkplatz ankamen, war es längst dunkel. Wir machten uns, nach einer kurzen Pause des Ankommens und Begrüßens, auf zu unserem Lagerplatz.
Wir schlugen einen Weg bergauf ein. Nachdem wir schon ein Weilchen bergauf gegangen waren, meinte er: Hier sind wir nicht richtig, das ist der falsche Weg.
Super, ich war schon außer Atem und mein Rucksack auch nicht der Rückenschonendste ... das Gutelaunebarometer sank. Wir gingen also wieder zurück und an einer anderen Stelle, einen anderen Weg, wieder bergauf ...
Dieser Weg verlor sich irgendwo am Berghang im Wald und wir mußten weiter querfeldein gehen. Wir tasteten uns im Dunkeln schräg bergauf. So ungefähr in die Himmelsrichtung, in der wir, bevor wir los gingen, auf der Karte den Platz ausgemacht hatten.
Es war dunkel. Wir waren schwer beladen und wollten auch keine kleinen Pflanzen zertreten. Das war nicht einfach, so im zickzack und mit merkwürdigen Schritten den Berg hinauf zu steigen ...
Mein Begleiter schritt mit seinen langen Beinen zügig voran, und ich war schon deutlich aus der Puste und verschwitzt. Wir mußten mehrmals anhalten und verschnaufen. Dann ging ich voran und sah auch einen Durchgang durch das Gestrüpp bis fast ganz nach oben auf dem Berg. Nach ein paar Minuten wollte er an einer anderen Stelle, weiter rechts, weiter gehen - er meinte, wir sind ganz in der Nähe.
O.k. gehen wir halt dort entlang, war meine Antwort.
Das Gestrüpp wurde immer dichter, es gab kein Vorwärtskommen mehr. Hier kamen wir nicht weiter.
Also wieder zurück, zu der Stelle, an der ich den Durchgang gesehen hatte. Der war aber nicht mehr zu finden. Wir gingen ein paar Meter zurück ... es sah wieder alles anders aus wie vor ein paar Minuten. Es war, als ob die Bäume sich alle wo anders hingestellt hatten ... Wir hatten völlig die Orientierung verloren. Es war als ob wir plötzlich in einem anderen Wald waren!
Die Ortsgeister machten jetzt auch noch ihre Späße mit uns ...

Ich stellte fest, daß meine untersten zwei Zwiebelschichten von den vieren, die ich an hatte, mittlerweile naß geschwitzt waren. Ich mußte das ausziehen, noch bevor ich auskühlte, sonst würde ich mit dem nassen Zeugs bald anfangen zu frieren ...
Es war kalt in dieser Nacht, doch ich war so heiß vom Schwitzen, wie nach der Sauna, daß ich die Kälte nicht spürte. Ich zog das nasse Zeug aus und die anderen Pullover wieder an. Jetzt war es schon etwas besser und mein Atem hatte sich auch wieder beruhigt.

Wir hatten uns verirrt, den Platz, zu dem wir wollten, fanden wir heute nicht mehr.
So beschlossen wir an diesem Ort zu bleiben und bauten an einem relativ geraden Platz das Lager auf.
Am nächsten Morgen, es war hell, die Luft klar und der Wald von Eiskristallen bedeckt. Was für ein schöner Willkommensgruß.
Aber noch besser war, daß mein Begleiter nun erkannte, daß wir genau an dem Ort waren, zu dem wir ursprünglich auch hin wollten!!!
Die Geister hatten uns zu dem Ort geführt, aber auf ihre eigene spaßige und koboldhafte Weise.

 

Schwellenzeit


Der Wald war während diesen Tagen mit einer dünnen Schicht von Eiskristallen überzogen, und die Luft war von einem leichten weißen Dunst erfüllt. Es herrschte eine Stimmung, als ob ich mit meinem physischen Körper direkt in die Anderswelt eintreten könnte.
Wir hatten unser Lager an einem sonnigen Berghang aufgeschlagen.
Für die Sonne wollte ich trommeln und tanzen, sie verabschieden und am nächsten Morgen begrüßen. Also ging ich am Tag vor der Sonnenwende, kurz vor der Dämmerung, den Berg bis ganz nach oben auf die Kuppe.
Ganz oben auf dem Berg ... das war der richtige Platz für mein Vorhaben, und so wurde ich zu einer schönen Lichtung geführt. Von hier aus konnte ich durch die Bäume hindurch, die im Winter ja kein Laub haben, in alle Himmelsrichtungen schauen.
Ich begrüßte die Götter und Geistwesen, zündete eine Räucherung als Begrüßungsgeschenk an, und begann zu trommeln. Zu aller erst in Richtung Süd-Westen, dem Sonnenuntergang um Vater Sonne in Dankbarkeit zu verabschieden. Es wurde dunkler und hinter den Bergen war nur noch ein helles Leuchten zu sehen.
Dann drehte ich mich, wie als ob mir jemand zurief, in östliche Richtung, dem Sonnenaufgang. Hier tauchte Schwester Mond hinter den Bäumen am Himmel auf, und die Sterne funkelten hell.
Im Westen der sterbende Tag und im Osten die Geburt der Nacht und in der Mitte, auf der Schwelle, war ich mit meiner Trommel!
Der Himmel, ein Farbenspiel wie es schöner nicht sein kann. Im Westen begann es mit grauweiß und hellrosa, die Farben änderten sich dann, je weiter ich in Richtung Osten schaute, in fliederfarben bis violett und hellblau, das bis ins dunkelblau überging. Der Wald und die Sträucher hatten ein Farbenkleid von dunkelgrün und dunkelbraun bis grauschwarz. Deren Äste, Zweige, Tannennadeln und die Gräser der kleinen Lichtung, auf der ich stand, waren gepudert mit weißen Eiskristallen.
Die Atmosphäre und Energie, die in der Luft lag ... unbeschreiblich schön, verzaubert.
Die Zeit stand still.
Verbunden mit dem Universum, mit den Welten, mit allen Wesen.
Ich tanzte auf der Schwelle.


Am nächsten Tag ging ich früh morgens zu einer sonnigen Stelle im Wald. Vater Sonne schickte goldenes Licht durch die Baumkronen zu Mutter Erde und ich genoss diese wärmenden und Leben spendenden Strahlen. So in diesem goldenen Winterlicht eingehüllt, trommelte ich, um Vater Sonne für einen weiteren Kreis willkommen zu heißen.
Anschließend blieb ich noch eine Weile dort. Bevor ich ging, ließ ich eine Gabe Müsli für die Geister und Tiere dieses Ortes zurück.
Ich fühlte mich innerlich stark berührt und reich beschenkt.

 

 

Ein Gedicht für die Wintersonne 2007

Es war sehr kalt.
Kleine Eiskristalle bedeckten den Wald
in denen das Mondlicht glitzerte
wie tausend Diamanten.

Die Luft war sehr klar und rein
es würde in drei Tagen Vollmond sein.

Der Wald und die Alten Steine,
eine Märchenwelt!

Die Zeit steht still,
Mutter Erde und den Himmel
umarmen ich will.

Ich bin tief bewegt.
Von den Geistern und dem Drachen
tief in meiner Seele berührt.
Sie haben mich wieder nach hause geführt.

Was für ein Geschenk!

 


Am Tag unserer Abreise wurde es wärmer und der Wald hüllte sich ein in Nebel ...
die Windverhältnisse änderten sich.

Die Rauhnächte kommen ...

(C) www.return-of-the-dragon.de
20. Oktober 2008


Zur Zeit der Rauhnächte 2006/2007

 

Lied für den Alten

Ich liebe Dich
So wie du bist
stürmisch und rauh
leise und sanft
Ich hab für Dich getanzt
liebevolle Kraft Dir zu bringen
die Kräfte sollen wieder im Gleichgewicht schwingen

...

Imbolc 2007

Kyrill

Ein jähes Ende
dem Wald die Chance geben,
sich zu verjüngen,
gesund, kraftvoll soll er werden.

Ein jähes Ende
dem Menschen die Chance geben,
umdenken,
aus Fehlern lernen,
für eine Zukunft,
MITEINANDER

(C) www.return-of-the-dragon.de
20. Oktober 2008


Wintersonnenwende 2006

Ein gemeinsames Lied mit den Tieren des Waldes
Am Morgen der Wintersonnenwende bin ich zu einem für mich besonderen Platz im Wald gegangen, um die Sonne willkommen zu heißen.
Der Platz war eine Lichtung auf einem Berg, von wo aus man weit ins Land blicken kann. Das Wetter war immer wieder wechselhaft in diesen Tagen, mit Regen, Wolken und Wind.
Doch während ich im Wald unterwegs war regnete es nicht, erst als ich wieder zu hause war, fielen wieder Regentropfen vom Himmel.
Bevor ich in den Wald eintrat, begrüßte ich ihn und die Geistwesen, die dort leben. Während der Wanderung zu der Lichtung hörte ich immer wieder einen Raben rufen, es war, als begleite er mich.
Am Platz angekommen, legte ich etwas Müsli aus, entzündete ein Räucherstäbchen und zog den Kreis.
Immer noch rief der Rabe, irgendwo hinter mir, doch hat er sich mir nicht gezeigt.
Nach einem Moment des Verweilens, setzte ich mich, vertiefte mich in einen anderen Bewußtseinszustand, "verband" mich geistig mit dem Wald und den Wesen, die dort leben. Ich genoss diesen Moment.
Dann öffnete ich die Augen, ohne mich aus der Trance zu lösen und nahm meine Trommel, sprach ein paar Worte, um die große Mutter, die Hüter der vier Winde und ganz besonders die Sonne, den Gott des Lichtes, zu begrüßen und fing an zu trommeln. Ich schloß die Augen wieder und überließ meine Hand sich selbst, ohne bewusst in den Rhythmus einzugreifen.
Plötzlich nahm ich wahr, dass sich immer mehr Vögel um mich herum versammelten und anfingen zu singen, der Rabe war auch dabei.
Es war wie eine Symphonie, überwältigend. Nach einer Weile wurde der Gesang der Vögel weniger und ich trommelte ebenfalls immer leiser, bis ich ganz aufhörte.
Nun waren die Vögel still und hinter mir, ganz nah auf dem Boden, hörte ich mehrfach „guck“, „guck“, „guck“, ein Eichhörnchen...

Noch eine Weile saß ich still, war eins mit der Natur und bedankte mich.
Die "normalen" Naturgeräusche kehrten langsam zurück.
Dann löste ich mich aus der Trance, erdete mich, kehrte in den Wachzustand zurück und löste den Kreis auf. Ich verweilte noch einige Zeit und genoß die Schönheit des Landes und für einen kurzen Moment zeigte sich die Sonne. Dann machte ich mich auf den Heimweg. Der Rabe war immer noch mein unsichtbarer Begleiter. Zu hause angekommen, hörte ich, wie er sich unter Rufen, langsam immer weiter entfernte.

(C) www.return-of-the-dragon.de
20. Oktober 2008

 

 

 

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